Corona ist nicht gleich Corona

Viele Hundebeistzer fragen sich besorgt, ob das Cornavirus Covid-19 auch zur Gefahr beim Hund werden kann. Beim derzeitigen Erkenntnisstand zu der sich weltweit rasend schnell verbreitenden Viruserkrankung, handelt es sich um eine Infektion ausschließlich beim Menschen. Das Coronavirus befällt dabei die Lunge. Beim Hund gibt es einen anderen Coronavirus, der zu schweren Durchfällen führt. In Bezug auf Covid-19 gibt Centers for Disease Control and Prevention Ratschläge wie an Covid-19 erkrankte Menschen mit ihrem Hund umgehen sollen.

Gegenüber dem Rassehunde-Zuchtverband Deutschland erklärt Tierarzt Reinhard Seffner aus Bremervörde im Landkreis Rotenburg, dass sich das Coronavirus 2019-nCoV, das in Wuhan seinen Ursprung hat, nach heutigem Stand nicht auf den Hund überträgt. Allerdings ist die Familie der Coronaviren groß und tatsächlich gibt es das Canine Coronavirus (CcoV), das für den Hund gefährlich werden kann.

Das Centers for Disease Control and Prevention Ratschläge wie an Covid-19 gibt Ratschläge für an Covid-19-erkrankte Menschen wie mit ihrem Hund umgehen sollen:
Sie sollten den Kontakt mit Haustieren und anderen Tieren einschränken, während Sie mit COVID-19 krank sind, genau wie Sie es mit anderen Menschen tun würden. Obwohl nicht berichtet wurde, dass Haustiere oder andere Tiere an COVID-19 erkrankt sind, wird empfohlen, dass Menschen, die an COVID-19 erkrankt sind, den Kontakt mit Tieren einschränken, bis weitere Informationen über das Virus bekannt sind. Wenn möglich, lassen Sie ein anderes Mitglied Ihres Haushalts Ihre Tiere pflegen, während Sie krank sind. Wenn Sie an COVID-19 erkrankt sind, vermeiden Sie den Kontakt mit Ihrem Haustier, einschließlich Streicheln, Kuscheln, Küssen oder Lecken und Teilen von Futter. Wenn Sie sich während der Krankheit um Ihr Haustier kümmern oder in der Nähe von Tieren sein müssen, waschen Sie Ihre Hände vor und nach der Interaktion mit Haustieren und tragen Sie eine Gesichtsmaske.

Erkrankt ein Hund, beispielsweise an blutigem Durchfall, ist das ein ernst zu nehmendes Anzeichen, dass Coronaviren im Spiel sind. Seffner erklärt dazu, dass sich die Infektion mit dem Canine Coronavirus (CcoV) klinisch nur schwer von Durchfällen anderer Ursache, beispielsweise Parvo, abgrenzen lasse. „Wir beobachten schwere Infektionsverläufe vor allem bei Jungtieren, während erwachsene Tiere seltener Symptome zeigen. Nach kurzer Inkubationszeit treten Erbrechen und wässrig-schleimiger Durchfall mit gelblich-grünem oder orangefarbenem, übel riechendem Kot auf.“ Während Erbrechen normalerweise nur am ersten Tag der Erkrankung auftrete, könne der Durchfall über mehrere Tage anhalten. Im Gegensatz zur Parvovirose seien Blutbeimengungen im Kot selten. Als Folge des Flüssigkeitsverlusts komme es zur Dehydratation, der Austrocknung. Betroffene Tiere zeigten Depression und Anorexie, selten werde eine Erhöhung der Körpertemperatur beobachtet. Zu einer Blutbildveränderung (Leukopenie), die typisch für die Parvovirusinfektion sei, komme es in der Regel nicht.  „Wenn  Sekundärinfektionen ausbleiben, wird der Hund innerhalb einiger Tage wieder gesund“, sagt Reinhard Seffner.

Das Coronavirus bei Hunden (CCoV) kommt weltweit vor und ist sehr verbreitet. Als Infektionsquelle ist neben dem direkten Kontakt zwischen den Vierbeinern, wie das Beschnüffeln und Belecken auch infizierter Hundekot von Bedeutung. Die Ausscheidung des Erregers über den Kot erfolgt vom dritten bis 14. Tag nach Infektion; mitunter über einen Zeitraum von sechs Monaten. Abhängig von der Umgebungstemperatur bleibt Virus im Kot bis zu 48 Stunden infektiös. Ein Problem stellt die Infektion mit CCoV vor allem in Zwingern dar, in denen sich das Virus aufgrund seiner erheblichen Übertragungsfähigkeit schnell ausbreitet. Insbesondere Jungtiere können dabei schwer erkranken. Corona unterscheidet sich hier allerdings maßgeblich von dem Virus, das die menschliche Lunge befällt.

Der Tierarzt erläutert: „Coronaviren haben per se eine sehr hohe Mutationsrate, was die Entstehung neuer Varianten/Rekombinanten begünstigt. Dies bedeutet allerdings nicht, dass die neuen Varianten gefährlicher sein müssen. Man geht beim Wuhan-Virus davon aus, dass es beim Handel mit wild lebenden Tieren durch Rekombination zu einer humanpathogenen Variante kam, die auf den Menschen übertragbar ist.“

Auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sagt aus, dass bisher nichts darauf hindeutet, dass sich das Virus zwischen Menschen und Hund übertragen kann. Hundehalter müssen sich vorerst nicht um eine eventuelle Übertragung auf das Haustier sorgen, solange die WHO keine neuen Erkenntnisse darüber meldet. (cm)

Foto: Carmen Monsees

Author: Administratorin